Thailand ist wohl ohne Frage eines der schönsten und vor allem fruchtbarsten Länder der Welt. Gelegen in den südostasiatischen Tropen ist es bedeckt von weitreichenden Regenwäldern, die eine unglaubliche Anzahl von Pflanzen und Tieren beheimaten. Auch die Durian, die auch König der Früchte genannt wird, wächst in den wilden Urwäldern Thailands. Es ist eine Frucht, die weit älter ist, als die Menschheit selbst. Vor Millionen von Jahren, als noch die Dinosaurier über unseren Planeten wanderten, diente die Durian bereits als Speise für die gewaltigen Echsen.

Durian: Stinkfrucht oder Götterspeise?

Die Durian hat ein wahrhaft einzigartiges Merkmal, das sie von jeder anderen Frucht auf der Welt unterscheidet. Es ist der penetrante Geruch, der von den reifen Früchten ausgeht, nachdem Sie bei voller Reife eigenständig aufbrechen. Wenn man die Frucht betrachtet, erkennt man, dass sie um die Hochachse herum leichte Ausbuchtungen hat. In diesen „Taschen“ findet sich das cremig-gelbe Fruchtfleisch. Der Geruch lässt sich nur sehr schwer beschreiben, oftmals wird er allerdings mit dem von klassischem Campinggas verwechselt. Kenner jedoch schätzen und lieben den intensiven Duft einer reifen Durian, denn wer den König der Früchte mehrmals probiert, wird ohne Zweifel irgendwann nahezu süchtig nach dem süß-vanilligen Geschmack, der mit nichts anderem zu vergleichen ist. Die Durian ist nämlich nicht nur süß, sie hat auch eine dezente Zwiebelnote, die man beim ersten Probieren nicht wirklich zuordnen kann, gerade wenn man sonst die deftig-europäische Küche gewohnt ist. Mit der Zeit gewöhnt man sich jedoch an den ungewöhnlichen Geschmack und lernt ihn wahrhaft lieben. Weltweit wird die Nachfrage nach der Durian daher auch immer größer.

Nachfrage aus China

Mit dem steigenden Wohlstand der Volksrepublik China wächst auch das Verlangen der Bevölkerung nach immer mehr Luxusgütern. Besonders die Durian erfreut sich im Reich der Mitte immer größerer Beliebtheit. In den südlichen Regionen Chinas herrscht ebenfalls tropisches Klima, was mit dem Thailands zu vergleichen ist, der Großteil des Landes ist jedoch bedeckt von großen Wüstengebieten oder gemäßigten und subtropischen Klimazonen, wie wir sie in Europa kennen. Aus diesem Grund wird von China enorm viel Durian aus den benachbarten Ländern im Süden importiert, was zu einer weltweiten Erhöhung des Preises über die Maßen jeglicher Inflation hinaus führt.

Traditionell oder industriell?

Um der großen Nachfrage nach der Königsfrucht Herr zu werden, werden in Thailand immer mehr traditionelle Farmen zu großindustriellen Durianplantagen umgebaut. Anstelle wild wachsender Durianbäume werden gewaltige Monokulturen angelegt, die mit Einsatz von chemischen Düngemitteln und Pestiziden höchste Erträge bringen sollen. Die Früchte werden vorzeitig geerntet und danach künstlich nachgereift, was jedem Liebhaber dieser herrlichen Frucht förmlich das Herz zu brechen vermag. Nicht nur leidet die Qualität der Durian unter einem solchen Anbau: Durch den Anbau der ständig gleichen Früchte werden dem Boden wichtige Nährstoffe entzogen. Schützende Vegetation lässt bei starken Winden und Regenfällen den Boden erodieren, was das Land langfristig absolut unbrauchbar macht. Zusätzlich verlieren tausende Arten ihren Lebensraum, die Biodiversität in den Plantagen sinkt auf ein Minimum. Es ist ein klassisches Beispiel, wie eine industrielle Herangehensweise an die Landwirtschaft unseren Planeten zugrunde richtet. Die einzige Möglichkeit, dem entgegenzuwirken, ist, Kleinbauern zu unterstützen, die weiterhin ihre Durian in Permakulturen anbauen oder sie gar direkt aus den thailändischen Urwäldern ernten. Zwar sind die so angebauten Früchte deutlich teurer als die der Massenproduktion, jedoch ist es wie immer die Frage, welchen Preis wir zu zahlen bereit sind, um unseren Planeten zu schützen. Orkos bleibt beim kleinbäuerlichen Anbau der Durian und wir hoffen, dass Sie uns auf diesem Pfad weiterhin folgen.

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