Wenn man an reife Früchte denkt, dann hat man Bilder von prächtigen roten Äpfeln und von sonnengelben Bananen vor Augen. Tatsächlich ist der Reifevorgang ein höchst komplexer Prozess, der mittlerweile von der Lebensmittelindustrie so stark gesteuert wird, dass die Früchte im Supermarkt fast immer schon essreif in den regalen liegen. Leider werden dabei nur allzu oft Abstriche bei der Qualität gemacht.

Das Reifen von Früchten ist in erster Linie ein Stoffwechselprozess, also eine biochemische Veränderung der Inhaltsstoffe einer Frucht. Dabei werden Zellwandpektine abgebaut und Stärke durch Hydrolyse in verdaubare und vor allem schmackhafte Zuckerformen umgewandelt. Durch diese Veränderungen ändert sich auch unter anderem die äußere Erscheinungsform einer Frucht: Bananen werden gelb, Avocados werden weich, usw.. Grundsätzlich reifen alle Früchte am besten am Baum, da sie für die Stoffwechselprozesse die Energie der Sonne nutzen können. Sobald die Früchte geerntet werden, steht diese Energiequelle nicht mehr zur Verfügung. Einige Früchte können ab diesem Zeitpunkt nicht mehr weiterreifen, bei anderen greift nun ein anderer Prozess.

Das Klimakterium

Man unterscheidet im Allgemeinen zwischen Früchten, die nachreifen, und Früchten, die das nicht tun. Nachreifende Früchte werden als „klimakterisch“ bezeichnet. Das Klimakterium ist ein Prozess, bei dem die Frucht beginnt zu atmen, also Sauerstoff aufnimmt und Kohlendioxid abgibt. Wie bei der Reifung am Baum werden während dieses Prozesses Stärke-Bestandteile der Frucht in Zuckerformen umgewandelt, wodurch die Frucht genießbar wird. Wärend des sogenannten „Nachreifens“ strömen die Früchte dabei das gasförmige Hormon Ethen aus, welches gleichzeitig als Katalysator für andere klimakterische Früchte wirkt. Tomaten emittieren zum Beispiel sehr viel Ethen, welches wiederum Bananen sehr schnell nachreifen lässt. Hier liegt übrigens auch der Trick der Lebensmittelindustrie: Bananen, Tomaten und andere Früchte werden schon sehr früh geerntet, wenn sie noch hart und leicht zu transportieren sind. Sobald die Nachfrage auf dem Markt es erfordert, werden die Früchte dann durch das zuführen von Ethen künstlich nachgereift. Um natürlich und ohne Hilfsmittel nachzureifen muss jedoch eine gewisse Mindestreife erreicht werden: die physiologische Reife!

Nicht nachreifende Früchte

Früchte wie Orangen, Tafeltrauben, Zitronen oder Heidelbeeren können nicht auf den Prozess des Klimakteriums zurückgreifen. Wenn sie geerntet wurden, endet der Reifeprozess. Auch die Ananas reift im eigentlichen Sinne nicht nach und wird oftmals so früh geerntet, dass viele Menschen sie nicht wirklich vertragen. Zwar laufen auch in diesen Früchten weiterhin biochemische Vorgänge ab, nachreifen tun sie im eigentlichen Sinne jedoch nicht. Um Transportschäden zu minimieren, werden die nicht-klimakterischen Früchte dennoch meist sehr früh geerntet, sodass sich gerade bei Exoten der wahre Geschmack gar nicht erst entwickeln kann

Wie reif sind die Früchte von Orkos?

Orkos hat sich schon immer zum Ziel gesetzt, die besten Früchte der Welt zu liefern. Dies ist nur möglich, wenn diese erst so spät wie möglich geerntet werden. Dabei den richtigen Zeitpunkt zu erwischen ist eine hohe Kunst: Erntet man die Früchte zu früh, reifen sie nicht ohne Hilfsmittel nach (bei klimakterischen Früchten) oder schmecken noch nicht so gut, wie sie es tun sollten (bei nicht-klimakterischen Früchten). Erntet man die Früchte jedoch zu spät, überstehen Sie den Transport nicht. Als naturverbundene Gemeinschaft respektirt Orkos dabei diese Gratwanderung jede Woche wieder aufs Neue, ohne dabei Kompromisse in Form Ethenbehandlung einzugehen. Das Resultat sind absolut natürlich gewachsene und gereifte Früchte, wie sie sonst in Europa kaum zu bekommen sind. Wenn Du daher gelegentlich eine noch sehr feste Frucht erhalten, die noch nicht essreif ist, lass der Natur ihren Lauf und warte ein wenig. Im Regelfall wirst du in Kürze mit einer vollreifen Frucht belohnt, die auch die farbenfrohen Produkte aus dem Supermarkt in den Schatten stellt. Kleiner Tipp: Im Regelfall reifen klimakterische Früchte am besten bei höheren Temperaturen nach. Eine detaillierte Reife- und Lagerungsliste kannst du jederzeit bei uns bestellen.

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